Ausgabe April | Mai 2026
AUSZUG AUS DEM INHALT:
AM OBJEKT
Konsequente Untersuchung & Sanierung eines Schulgebäudes: Radon in der Schule? Nein, danke!
Viele ältere Gebäude in Deutschland weisen eine unzureichende Abdichtung gegenüber dem Erdreich auf. Neben der Feuchteproblematik mit Schimmelbefall kann es daher zu einem meist unbemerkten Eintritt radonhaltiger Bodenluft mit Referenzwertüberschreitungen kommen. Nach den Vorgaben des Strahlenschutzgesetzes sind an betroffenen Arbeitsplätzen Maßnahmen zum Radonschutz durchzuführen. Der Beitrag zeigt am konkreten Beispiel die konsequente Sanierung eines Schulgebäudes nach Radoneintritt mithilfe von Unterdruck.
SONDERTEIL: SANIERUNG NACH ELEMENTARSCHÄDEN
Hagelbedingte Vollregulierung: Realität und Mythos
Hagelereignisse führen in der Praxis häufig zu kontroversen Diskussionen zwischen Eigentümern, Sanierern, Versicherern und Sachverständigen. Insbesondere, wenn es um die Abgrenzung von tatsächlichen Schadensfolgen, bestehenden Mängeln und Modernisierungswünschen geht. Dieser Objektbericht analysiert anhand eines aktuellen Schadensfalls, weshalb Sichtbarkeit und Ursächlichkeit streng voneinander zu trennen sind und welche fachlichen, rechtlichen sowie versicherungstechnischen Kriterien für die Regulierung maßgeblich sind. Dabei werden typische Fehlannahmen analysiert, dekonstruiert und beispielhaft die Grenzen zwischen Schaden, Vorschaden und Mangel verdeutlicht.
Sanierungsleitfaden Hochwasser: Tipps für die Schadensbeseitigung
Hochwasserschaden sanieren: Nach dem Wasser kommt die Dämmung
Sollen Wände nach einem Feuchteschaden neu gedämmt werden, ist Vorsicht geboten – gerade wenn es um eine Sanierung nach Hochwasser handelt. Um Schäden und Schimmel zu vermeiden, darf eventuelle Restfeuchte nicht im Mauerwerk eingesperrt sein. Um sicher zu gehen, empfiehlt sich der Einsatz eines diffusionsoffenen Dämmsystems.
Elementarschäden zeigen Wichtigkeit von Überflutungsnachweis: Starkregen wird zur Planungsgröße
Extremwetterereignisse nehmen zu und mit ihnen die Anforderungen an Gebäude. Damit wird der Überflutungsnachweis fester Bestandteil normgerechter Planung. Obwohl gesetzlich mittlerweile verankert, kommt er in der Praxis häufig zu kurz. Wie können Planer, Projektentwickler und Bauausführende ihre Immobilien vor Überflutungsschäden sichern? TÜV SÜD zeigt, welche Vorgaben jetzt gelten und wo typische Lücken liegen.
ZUR SANIERUNG
Typische Fehler in der Kellerabdichtung und -sanierung: Denn sie sollten wissen, was sie tun
Die Instandsetzung feuchte- und salzgeschädigter Mauerwerke ist ein anspruchsvoller Bereich der Bauwerksinstandsetzung. Nicht weil die Ausführung besonders kompliziert ist, sondern weil ein überdurchschnittliches Baustoffwissen sowie Zusammenhänge über komplexe Schadensmechanismen und deren Wechselwirkung bekannt sein müssen. Auf den Punkt gebracht: Wer ein vorhandenes Schadensbild nicht richtig interpretiert – und dies ist in der Praxis häufig der Fall –, wird zwangsläufig die falschen Sanierungsmaßnahmen empfehlen. So werden nicht die Ursachen der Feuchte- und/oder Salzbelastung nachhaltig beseitigt, sondern nur die Symptome kaschiert. Dieser Beitrag setzt sich mit typischen Fehlern in der Kellerabdichtung und -sanierung auseinander und zeigt anhand von Beispielen neuralgische Punkte auf, die über den Erfolg oder Misserfolg sowie die Kosten einer Sanierung entscheiden.
IM DETAIL
Nachträgliche Abdichtungen an erdberührten Bauteilen: Funktional und fachgerecht bei der Vertikalabdichtung
Möglichkeiten bei der Abdichtung von vertikalen Flächen gibt es zuhauf. Diese sind immens wichtig für die langfristige Schadensfreiheit des Bauteils: Sie verhindern, dass Wasser aus dem umliegenden Boden in das Gebäude Eintritt erhält. Der folgende Beitrag gibt einen groben Überblick über die möglichen Systeme und zeigt, wie ein fachgerechtes Vorgehen bei der Vertikalabdichtung gelingt.
Raumklimatische Anforderungen in Kellerräumen: Thermische Behaglichkeit trotz Souterrain
Bei der Umnutzung von Kellerräumen bedarf es neben Luftqualität und Licht auch thermischer Behaglichkeit, um einem längeren Aufenthalt des Menschen zu entsprechen. In Kellern besteht ein großes Potenzial der Raumnutzung, weit über die üblichen Zwecke von Lagerung und gelegentlicher Hauswirtschaft hinaus. Der zweite Teil der Beitragsserie zu raumklimatischen Anforderungen in Kellerräumen stellt daher die Wärmeübergabe an den Raum, Heizlast und Lüftungskonzept, unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten sowie deren Anforderungen vor.
Im Gespräch zu Wassereinwirkungen im Wandsockelbereich – Der vergessene Wandsockel?
In der Praxis stellt sich der Wandsockelbereich oft als schadensanfällig dar. Ein erdberührtes Bauteil trifft auf die Fassade, was eine fachgerechte Planung unabdingbar macht. Die Bauwerksabdichtung muss normgerecht ausgeführt werden. Redakteurin Lioba Listl sprach mit dem Bausachverständigen Dipl.-Ing. Franz-Josef Hölzen unter anderem über die aktuelle Normung, Schutzziele, die Situation bei Bestandsbauten und warum man vom vergessenen Wandsockel sprechen kann.
IM STREITFALL
Abweichungen von DIN-Normen: Immer automatisch ein Mangel?
Mängel an Bauleistungen sind ein leidiges Thema – die Idealvorstellung vieler am Bau Beteiligter ist, dass das vereinbarte Werk frei von Sachmängeln ist. In der Realität sieht das oft anders aus. Doch wann liegt eigentlich ein Mangel der Bauleistung vor? Und stellen Abweichungen von DIN-Normen automatisch einen Mangel dar? Das OLG Brandenburg hat mit Urteil vom 04.12.2025 (10 U 29/25) dazu aktuell einen Fall behandelt.
Brennt Ihnen der Hut?
Sind Sie Feuer und Flamme für Ihr nächstes Projekt? Haben Sie für das erste Quartal 2026 mehrere Eisen im Feuer? Machen Sie dem faulen Projektbeteiligten manchmal Feuer unterdem Hintern?
Und legen für den langjährigen Kollegen die Hand ins Feuer? Sprichwörter, die sich mit Feuer beschäftigen, gibt es zuhauf. Die Notwendigkeit, sich mit Themen rund um den Brandschutz beschäftigen, ergibt sich aber nicht aus diesen sprachlichen Aspekten, sondern aus konkreten Zahlen: Beispielsweise zeigt der im September 2025 erschienene „TÜV Baurechtsreport“, dass bei 20,5 % der Brandmeldeanlagen wesentliche Mängel bestehen. Mängel im Brandschutz – ob anlagentechnisch, baulich oder organisatorisch – können im Brandfall eine Gefahr für Leib und Leben sein. Nichts zeigt dies deutlicher als die Brandkatastrophe in der Silvesternacht in Crans-Montana, die mehr als 40 Todesopfer und eine dreistellige Anzahl an (Schwer-)Verletzten forderte. Die Ermittlungen dauern noch an, erste Vermutungen legen aber nahe, dass gravierende Brandschutzmängel vorlagen.
Unsere Experten teilen in dieser Ausgabe ihr Wissen rund um die Brandschutzertüchtigung mit Ihnen, damit Sie Brandschutzmängel vermeiden und anspruchsvolle Lösungen fachgerecht ausführen können. Ab S. 10 nimmt Sie unser Experte bei der brandschutztechnischen Ertüchtigung eines historischen Gebäudes zur Versammlungsstätte mit. Zudem gehen wir ab S. 30 der kniffeligen Frage nach, wie mit Ertüchtigungen im Bestand umzugehen ist.
Übrigens: Ich gehe nicht davon aus, dass Ihnen der Hut brennt. Wohl aber, dass auch Sie in Ihren täglichen Aufgaben an der ein oder anderen Stelle mit Themen rund um den Brandschutz zu tun haben. Daher: Eine aufschlussreiche Lektüre wünsche ich Ihnen!
Lioba Listl
Redaktion „der Sanierungsvorsprung“