Ausgabe DEZEMBER 2025| JANUAR 2026
AUSZUG AUS DEM INHALT:
IM BLICKPUNKT
Gefahrstoffdokumentation für Arbeitgeber
Arbeitgeber müssen dokumentieren, wann und wie lange Beschäftigte gefährlichen Stoffen ausgesetzt sind. Diese Pflicht ist in der Gefahrstoffverordnung geregelt. Mit Hilfe der Zentralen Expositionsdatenbank (ZED) lassen sich die Einträge zentral erfassen. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) stellt dafür eine Eingabehilfe zur Verfügung.
Nachschau: 19. Tagung für Ihren SanierungsVorsprung
Ein Tag voller Feuchteschäden – das erwartete die Teilnehmenden am 07.10.2025 bei der 19. Tagung für Ihren SanierungsVorsprung. Die Vortragenden gingen dabei in fünf Vorträgen auf verschiedene Aspekte des Themas ein und zeigten den Teilnehmenden fachgerechte Sanierungsmethoden, Messverfahren sowie Schadensbeispiele und Erfahrungen aus der eigenen Berufspraxis.
Advertorial: Präzise Analysedaten bei Schadstoffen in Bauprojekten
Sie haben kein hauseigenes Labor und sind auf der Suche nach einem Partner für Asbest- und Mineralfaser-Analytik? – Als privat geführtes, unabhängiges und DAkkS-akkreditiertes Prüflabor führt die CRB Analyse Service GmbH seit über 30 Jahren präzise Analysen für Ingenieurbüros, Architekten, Baugutachter, Behörden und andere Auftraggeber durch.
Neue Studie: Zahl der Baumängel steigt
Das Mängelaufkommen beim privaten Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern bleibt auf hohem Niveau. Das zeigt die aktuelle Studie zur Bauqualität des Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB) in Kooperation mit dem Institut für Bauforschung e. V. (IFB).
AM OBJEKT
Schimmelbefall im neuen Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses: Böse Überraschung
Wegen massiven Schimmelbefalls an Unterdachplatten und Sparren eines Mehrfamilienhauses müssen sich die Fachleute vor Ort mit bauphysikalischen und organisatorischen Komplikationen arrangieren. Dieser Beitrag analysiert die Schadensbilder, beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Baufeuchte, Materialeigenschaften, Luftdichtung sowie Ausführungspraxis und stellt die ermittelten Feuchtewerte der Einbausituation gegenüber. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Differenzierung der Schadensursachen, den Auswirkungen auf die Dämmwirkung und den erforderlichen Sanierungsschritten.
ZUR SANIERUNG
Wärmebrücken in Bestandsgebäuden: Kritische Schwachstelle
Steigende Energiepreise und verschärfte Klimaauflagen stellen Bauherren und Planer zunehmend vor die Aufgabe, den Energieverbrauch von Gebäuden nachhaltig zu senken. Gerade im Bestand liegen große Potenziale: Viele Wohnhäuser, die vor den 1990er-Jahren bauordnungskonform errichtet wurden, verfügen aus heutiger Sicht über eine unzureichende Wärmedämmung und weisen Schwachstellen in der Gebäudehülle auf. Besonders kritisch sind sogenannte Wärmebrücken, also Bereiche, an denen Wärme unkontrolliert nach außen entweicht. Wozu Wärmebrücken führen und wie sie verhindert werden können, darüber soll dieser Beitrag Auskunft geben.
IM DETAIL
Flachdächer und Abdichtungen fachgerecht entwässern: Unzureichende Entwässerung?
Wo kein Wasser hingelangen kann, kann dieses auch nicht in Bauteile eindringen. Wird das anfallende Niederschlagswasser auf dem Flachdach zügig und systemgerecht abgeleitet, kann es keinen hydrostatischen Druck auf eine Abdichtung ausüben. Das wiederum führt zu weniger Leckagen – laut Erfahrung unseres Autors. Da Theorie und Praxis an dieser Stelle aber oftmals auseinanderklaffen, ist das Flachdach weiterhin ein schadensanfälliges Bauteil. Der folgende Beitrag geht daher der Frage nach, welche Folgen eine unzureichende Entwässerung mit sich bringt – und wie ein solcher Fall im Umkehrschluss erst gar nicht eintritt.
Arbeiten mit Asbest: Hohe Anforderungen bei Gefahrstoffen
Die Arbeit mit Gefahrstoffen muss naturgemäß als besonders risikobehaftet gelten. Speziell Asbest sticht dabei heraus: Millionen Tonnen des inzwischen verbotenen Stoffes sind in Gebäuden noch verbaut. Die Arbeiten an den belasteten Gebäuden sowie deren Sanierung erfordern einen fachkundigen Umgang. Daher gelten laut Gefahrstoffverordnung hohe Anforderungen. Der Beitrag geht unter anderem auf die Unterscheidung der Risikobereiche, auf das Erkundungsgebot sowie Arbeitsverbote nach der neuen Gefahrstoffverordnung ein.
Blick auf die Branche aus Expertensicht: Kein Asbest-Ende ohne Sanierungspflicht
Schadstoffe in Gebäuden liegen zuhauf vor. Sollen dann Sanierungsmaßnahmen stattfinden, gilt es, fachkundige Personen zurate zu ziehen, um Gefahren für die Gesundheit der an den Umbauarbeiten Beteiligten gering zu halten. Wie sich die aktuelle Lage der Branche in Bezug auf Asbest-Sanierungen darstellt, stellen Projektleiter Stefan Krauß beim Fachbüro Mansel-Krauß sowie Laborleiter Dr. Stefan Pierdzig vom CRB Analyse Service heraus.
ZUR BEURTEILUNG
Bauforensik bei transparentem Schimmelbefall: Ich sehe etwas, was du nicht siehst
Transparenter Schimmelbefall problematisiert die klassische Bauschadensdiagnostik, da er mit bloßem Auge meistens unsichtbar und dadurch lange unerkannt bleibt. Weshalb dieser Beitrag praxisnahe Einblicke in moderne, bauforensische Untersuchungsmethoden vermittelt, mit denen selbst verborgene Schadensbilder zuverlässig sichtbar gemacht werden können. Anhand eines Fallbeispiels wird dargestellt, wie gezielte Fluoreszenzanalysen und ergänzende chemische Verfahren geruchsbedingte Verdachtsfälle aufklären und zur sicheren Ursachendiagnose beitragen.
Bewertung von Recyclingmaterialien nach VDI 6202 Blatt 10: Potenziell belastet
Schadstoffe im Bestand sind weiterhin ein immens wichtiges Thema für die Baubranche. Bei vor 1993 errichteten Gebäuden besteht der Verdacht, dass diese asbesthaltige Baustoffe enthalten. Bei Abbruch und Rückbau entstehen dabei dementsprechend potenziell belastete Materialien, deren Recyclingfähigkeit es zu prüfen gilt. Der Beitrag befasst sich daher mit Regelwerken, welche sich dieser Thematik widmen und konkrete Handlungsanweisungen zum Umgang geben. Im Fokus stehen die Vorgaben der VDI 6202 Blatt 10.
IM STREITFALL
Misslungene Schimmelpilzsanierung: Wenn der Pilz zur Untermiete wohnt
Der nachfolgende Beitrag setzt sich mit einer Schimmelpilzsanierung auseinander, die bereits vor sechs Jahren begonnen und noch kein Ende gefunden hat, dafür allerdings nur Verlierer kennt. Die Chronologie zeigt auf, dass die Erkennung, Untersuchung und Bewertung sowie Beseitigung von Schimmelpilzen in Wohnungen als interdisziplinäre Aufgabe verschiedener Experten im Sinne einer lösungsorientierten Problemstellung immer noch unterschätzt wird und weitestgehend die Meinung herrscht, dass es sich vorrangig um eine handwerkliche Aufgabenstellung handelt. Dabei greifen bautechnische und bauphysikalische Aspekte genauso ineinander wie mikrobiologische, medizinische sowie rechtliche Aspekte, wie dieses konkrete Objekt zeigt.
Haftungsverteilung bei Baumängeln: Wer haftet in welchem Umfang?
Mängel am Bau sind leider weiterhin ein Dauerbrenner vor den Gerichten. Diese können klassischerweise Bauleistungen betreffen, genauso wie Architekten- und Ingenieurleistungen. Aber wer haftet in welchem Umfang, wenn es – wie so häufig – zu einem Zusammentreffen verschiedener Pflichtverletzungen kommt, die Mängelansprüche des Bauherrn gegen mehrere Baubeteiligte begründen? Dieser Beitrag soll Antworten liefern und gleichzeitig den Baubeteiligten bekannte Haftungsfallen in Erinnerung rufen.
Chipskrümel und Kaffeesatz
Man trinkt eine Tasse Kaffee – eventuell vielleicht sogar noch mit ein paar tiefstehenden Winter-Sonnenstrahlen im Gesicht – und sobald man den letzten Schluck nimmt, verirrt sich der bittere Kaffeesatz in den Mund. Oder aber das wenig angenehme Gefühl, Chipskrümel vom letzten Filmeabend auf der Couch unter sich zu wissen, wenn man sich nach einem anstrengenden Arbeitstag erschöpft sinken lässt. Der Kaffeesatz und die Chipskrümel repräsentieren dabei das störende Element, welches sich nicht in den gewohnten Alltag einfügen möchte. Verzeihen Sie mir, wenn ich den Bogen heute weit spanne. Aber metaphorisch stellen Schadstoffe in Ihren Sanierungsprojekten ebenso eine störende Herausforderung dar – wenn auch weit über Chipskrümel und Kaffeesatz heraus. Schließlich bedeuten diese meist einen immensen zeitlichen und fachlichen Zusatzaufwand. Insofern hinkt der Vergleich natürlich.
Damit Sie aber in Zukunft bestens vorbereitet sind, wenn Sie in Ihren Projekten mit Schadstoffen jeglicher Art konfrontiert werden, widmet sich diese Ausgabe unter anderem dem fachgerechten Umgang mit Asbest ab S. 29 sowie der Bewertung von schadstoffbelasteten Recyclingmaterialien auf der Baustelle ab S. 42. Zudem steht die Ursachenforschung sowie Beurteilung von Schimmelschäden im Fokus – so geht unser Experte ab S. 37 auf transparenten Schimmelbefall ein.
An dieser Stelle wünsche ich Ihnen abschließend einen entspannten Jahresendspurt und einen guten Rutsch in 2026 – vielleicht nutzen Sie ja die Zeit zwischen den Jahren für die Lektüre dieser spannenden Ausgabe!
Lioba Listl
Redaktion „der Sanierungsvorsprung“